Während man sich in den Städten und Gemeinden mit dem planungstechnischen Klein-Klein befassen muß, hat der Planungsverband Region Chemnitz ( https://www.pv-rc.de ) den Entwurf des Raumordnungsplanes Wind (ROPW) veröffentlicht. Diesen kann man sich ansehen und jeder Bürger kann noch bis zum 6. Juli 2026 Widerspruch einlegen.

Der Planungsverband Region Chemnitz ist zuständig für die kreisfreie Stadt Chemnitz, den Erzgebirgskreis, den Landkreis Mittelsachsen, den Vogtlandkreis und den Landkreis Zwickau.

Geht es nach dem Willen der Bundesregierung, dann sollen zwei Prozent der Landesfläche mit Windkraftanlagen bebaut werden. Allerdings nicht mehr mit den bekannten ungefähr 100 Meter hohen Windrädern, sondern mit den Windriesen, welche mit einer Gesamthöhe von rund 250 Metern kilometerweit sichtbar sind und so ganze Landstriche verschandeln.
Erste Beispiele kann man in unserem Landkreis und den angrenzenden Gemeinden schon auf sich wirken lassen.
Am Rand von Kleinschirma bei Freiberg stehen zwei Windriesen, in der Gemeinde Königshain-Wiederau sind ebenfalls zwei Anlagen zu „bestaunen“. Im nordsächsischen Ablaß bei Mügeln entstehen gerade sechs dieser 250-Meter-Windriesen. Im Landkreis Leipzig kann man südlich von Pegau und Groitzsch fünf Windgiganten betrachten.

Gerade auf den Flächen, auf denen Bestandsanlagen durch neue Anlagen ersetzt werden, wird das gigantische Ausmaß der neuen Anlagen deutlich. Standen dort bisher beispielsweise 10 Anlagen mit einer Höhe von 100 Metern, so werden diese nun durch fünf oder sechs Anlagen ersetzt, die aber fast 250 Meter hoch sind.
Noch schlimmer wird es aber in Leisnig. Dort hat man im Jahr 2023 mittels Stadtratsbeschluß den Abstand zu Wohnhäusern auf 750 Meter herabgesetzt und setzt so den Bürgern die Windradriesen gefühlt in den Vorgarten. Denn übersehen kann man die Windräder nicht, schließlich sind sie gut einen Viertelkilometer hoch.
Den Bewohnern in den betroffenen Dörfern ist der Ernst der Lage noch gar nicht bewußt. In Gesprächen äußern sie sich überwiegend kritisch zum Thema Windkraftpläne. Manche winken auch ab, weil „der Stadtrat ohnehin macht, was er will“.

Aber noch ist die Zukunft nicht verloren und es lohnt sich zu kämpfen! Börtewitz, Kroptewitz, Kleinpelsen und Großpelsen sollen drei Windriesen bekommen. Zwischen Draschwitz, Doberschwitz, Motterwitz, Zschoppach und Sitten sollen es vier Windindustrieanlagen werden. Und zwischen den Dörfern Naunhof, Altenhof und Klosterbuch nochmal drei Anlagen. Jeweils im Abstand von 750 Metern zum ersten Wohnhaus im Dorf.

Dagegen regt sich natürlich Widerstand in den kleinen Ortsteilen. Während man im Stadtrat mit der Mehrheit der Windkraftbefürworter noch jeden Beschluß durchwinkt, sieht die Wirklichkeit vor Ort bei den Betroffenen ganz anders aus. Hier wird gelesen und hinterfragt, Gutachten werden durchforstet, fachkundiger Rat wird eingeholt und immer wieder stoßen die mutigen Bürger auf Fehler, Widersprüche und offene Fragen. Jüngst erst wurde Vertretern der dortigen Bürgerinitiative „GegenWind Altenhof“ die Einsicht in die Akten verwehrt. Das könnte ein juristisches Nachspiel für die Verantwortlichen haben.

In jedem Fall sollte nun jeder Bürger die Möglichkeit nutzen, grundsätzlich oder auch mit besonderen Gründen, dem Raumordnungsplan Wind zu widersprechen. Dies ist unter folgendem Verweis möglich: https://beteiligung-regionalplan.de/rpchemnitz/
Die Widerspruchsfrist läuft noch bis zum 6. Juli 2026.

Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt!

Ihr Kreisrat von den FREIEN SACHSEN Leisnig
Lutz Giesen